Herausragend engagiert – Mona Flaskamp

Liebe Mona, Du arbeitest beim AJC Berlin. Was machst Du da genau?

Ich bin dort als Assistant Director for Political Affairs tätig. Mein Fokus liegt auf Antisemitismus, Extremismus und Islamismus sowie sicherheitspolitischen Fragestellungen. An diesen Themen arbeite ich sowohl mit den anderen AJC Büros weltweit, als auch mit demokratischen Parteien, politischen Stiftungen, Nichtregierungsorganisationen, der Bundeswehr und vielen anderen Partnern.

Was hast Du studiert und aus welchem Grund bist Du politisch so aktiv? Was treibt Dich an?

Ich habe Vergleichende Literaturwissenschaft, Politikwissenschaft und Philosophie studiert. Politisiert wurde ich durch die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und der Frage, wie Auschwitz Wirklichkeit werden konnte. Geleitet wurde ich dabei stets von Adornos kategorischem Imperativ, in dem er fordert: „Hitler hat den Menschen im Stande ihrer Unfreiheit einen neuen kategorischen Imperativ aufgezwungen: ihr Denken und Handeln so einzurichten, daß Auschwitz nicht sich wiederhole, nichts Ähnliches geschehe.“

Du setzt Dich für Menschen und deren Rechte ein. Welche Fortschritte siehst Du, wenn Du die Rechte von Frauen betrachtest?

Die Länder der westlichen Welt sind auf dem Weg zur Gleichberechtigung, Mann und Frau sind vor der Gesetz gleich und es wurde bereits sehr viel erkämpft und erreicht. Durch Jahrhunderte existierende patriarchale Strukturen gibt es in der Praxis jedoch häufig noch ein Ungleichgewicht: Männer haben Frauen jahrzehntelang aus dem Berufsleben gedrängt, somit Führungspositionen einfach für sich beansprucht und u.a. den heute immer noch eklatanten gender pay gap verursacht.

Doch in zu vielen Ländern ist nicht einmal die Gleichheit vor dem Gesetz gewährleistet. Beispielsweise existieren in fast allen arabischen Ländern frauenfeindliche Gesetze. Frauendiskriminierende Gesetzgebungen verunmöglichen eine gleichberechtigte Teilhabe an Bildung, eine politische und wirtschaftliche Partizipation. Die Unterwerfung der Frau unter männliche Herrschaft dringt bis in das Privateste ein, die Verfügbarkeit des weiblichen Körpers. Arrangierte Ehen, die Zulässigkeit von Vergewaltigungen durch den Ehemann und Genitalverstümmelung sind nach wie vor an der Tagesordnung. Bis die weibliche Selbstbestimmung hier gelebt werden darf, steht uns noch ein langer Kampf bevor.

Welches Ziel hast Du mit Deiner Arbeit?

Als jüdische Organisation kämpfen wir für das Wohlergehen aller Jüdinnen und Juden weltweit. Damit einher geht notwendigerweise der Kampf gegen Hass, Antisemitismus, Extremismus – ob von rechts oder vom islamistischen Spektrum, sowie der Einsatz für die

Stärkung der transatlantischen Partnerschaft und der deutsch-israelischen Beziehungen, die Förderung von Menschenrechten und die Verteidigung einer freiheitlichen demokratischen Grundordnung.

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