Wie werden wir die Gewalt los, Frau Göring-Eckardt?

Dem Problem der sexuellen und häuslichen Gewalt kann am effektivsten begegnet werden, wenn zivilgesellschaftliche Initiativen, Hilfs- und Beratungsangebote und die Politik an einem Strang ziehen. Wir haben Politikerinnen und Politikern deshalb drei Fragen zu diesem Thema gestellt und freuen uns über die zahlreichen Rückmeldungen. Auch Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Grüne Spitzenkandidatin zur Bundestagswahl 2017, hat unsere Fragen beantwortet.

In einem Satz: Was kann die Politik gegen häusliche und sexuelle Gewalt tun?

Politik kann und muss die Opfer schützen und die Täter bestrafen, also Gesetze erlassen, Schutz- und Unterstützungsstrukturen finanzieren und die Ursachen von Gewalt beleuchten und gegensteuern.

Reichen die bisherigen Maßnahmen aus?

Die Umsetzung des Grundsatzes Nein heißt Nein bei der Reform des Sexualstrafrechts war ein wichtiger Schritt. Aber wir brauchen eine deutlich verbesserte Ausstattung und Finanzierung von Beratungsstellen, Notrufen und Frauenhäusern durch Bund und Länder. Wir fordern, den Vorbehalt zur Istanbul-Konvention zurückzunehmen. Für mehr Sicherheit im öffentlichen Raum setzen wir auf wirksame Sicherheitskonzepte. Wir wollen, dass Präventionskonzepte gegen sexualisierte Gewalt und Cybermobbing entwickelt und dass die Anlaufstellen für Betroffene ausgebaut werden.

Bitte vervollständigen Sie zum Abschluss folgenden Satz: „Wenn es um häusliche und sexuelle Gewalt geht, ist die Digitalisierung…“

… in ihren Auswirkungen durchaus ambivalent zu sehen. Bei Cyber-Gewalt wird aus der Anonymität des Netzes heraus attackiert. Es kommt immer wieder zu Belästigungen und Bedrohungen im privaten oder beruflichen Bereich. Die Digitalisierung ermöglicht aber auch Betroffenen, sich Unterstützung zu holen und nicht zuletzt zu wehren.

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