Wie werden wir die Gewalt los, Frau Wagenknecht?

Dem Problem der sexuellen und häuslichen Gewalt kann am effektivsten begegnet werden, wenn zivilgesellschaftliche Initiativen, Hilfs- und Beratungsangebote und die Politik an einem Strang ziehen. Wir haben Politikerinnen und Politikern deshalb drei Fragen zu diesem Thema gestellt und freuen uns über die zahlreichen Rückmeldungen.
Wir haben auch Sahra Wagenknecht, Vorsitzende der Fraktion, DIE LINKE unsere Fragen gestellt. Wir freuen uns sehr über ihre Antworten.

In einem Satz: Was kann die Politik gegen häusliche und sexuelle Gewalt tun?

Die Politik muss dafür sorgen, dass es für die Opfer der Gewalt sichere Unterkünfte und eine professionelle Betreuung gibt, sie muss für mehr Aufklärung sorgen und die Armut insbesondere von Alleinerziehenden bekämpfen.

Reichen die bisherigen Maßnahmen aus?

Nein. Häusliche Gewalt ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat, die gesellschaftlich geächtet und konsequent strafrechtlich verfolgt werden muss. Damit dies geschieht, benötigen wir mehr Aufklärung und konkrete Unterstützung. Ich finde es furchtbar, dass jedes Jahr tausende Opfer von häuslicher und sexueller Gewalt im Stich gelassen werden, weil es vor Ort keine Frauenhäuser gibt oder diese Häuser nicht genug Plätze haben. Wir brauchen dringend eine bundesweite Regelung zur Finanzierung von Frauenhäusern, die sich am Bedarf orientiert. Und wir brauchen allgemein mehr Geld für psychosoziale Anlaufstellen und für aufsuchende Sozialarbeit – also für Menschen, die anderen Menschen konkret dabei helfen, existentielle Probleme zu bewältigen. Außerdem müssen wir die wachsende Armut und Ungleichheit in unserem Land bekämpfen und Alleinerziehende stärker unterstützen, denn sie sind von Armut besonders betroffen. Wenn wir gute Arbeits- und Kitaplätze für alle schaffen, dann helfen wir auch den Opfern von Gewalt, sich aus der Abhängigkeit von ihren Peinigern zu befreien. Eine ungleiche und ungerechte Gesellschaft, in der Menschen von anderen Menschen ausgebeutet und gedemütigt werden, liefert leider auch einen Nährboden für Angst, Hass und Gewalt. Und umgekehrt: Mit einer sozial gerechten Politik und einem Ausbau sozialer Netze können wir Gewalt vermindern.

Bitte vervollständigen Sie zum Abschluss folgenden Satz: „Wenn es um häusliche und sexuelle Gewalt geht, ist die Digitalisierung…“

„Wenn es um häusliche und sexuelle Gewalt geht, ist die Digitalisierung…insofern hilfreich als man über anonyme Chatforen Hilfe suchen und bekommen kann – etwa bei Ihnen unter https://gewaltlos.de/chat/

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