Wie werden wir die Gewalt los, Herr Bartsch?

Foto Dietmar Bartsch und Logo von gewaltlos.de

Dem Problem der sexuellen und häuslichen Gewalt kann am effektivsten begegnet werden, wenn zivilgesellschaftliche Initiativen, Hilfs- und Beratungsangebote und die Politik an einem Strang ziehen. Wir haben Politikerinnen und Politikern deshalb drei Fragen zu diesem Thema gestellt und freuen uns über die zahlreichen Rückmeldungen. Auch Dietmar Bartsch, Fraktionsvorsitzender der Linksfraktion im Bundestag und Spitzenkandidat der Partei Die Linke zur Bundestagswahl 2017, hat unsere Fragen beantwortet.

In einem Satz: Was kann die Politik gegen häusliche und sexuelle Gewalt tun?

Sexualisierte Belästigung und Gewalt gegen Frauen gründen in einem tiefergehenden gesellschaftlichen Sexismus, dem DIE LINKE mit einem „Runden Tisch gegen Sexismus“ begegnen will, der alle staatlichen Ebenen und zivilgesellschaftliche Akteure zusammenbringt, um einen bundesweiten Aktionsplan zu entwickeln.

Reichen die bisherigen Maßnahmen aus?

Nein. Das gesamte Hilfesystem, das wichtige Präventionsarbeit übernimmt, ist unterfinanziert. Daran können und sollten Bund und Länder etwas ändern. Das Hilfetelefon ist sicherlich gut und richtig, aber es kann immer nur weiterverweisen. Daher sollten die Beratungsangebote sowohl vor Ort als auch Online dringend ausgebaut und angemessen finanziert werden. Maßnahmen gegen die verschiedenen Formen von Sexismus, die den Nährboden von häuslicher und sexualisierter Gewalt bilden, reichen ebenso nicht aus. Ein Aktionsplan gegen Sexismus, wie DIE LINKE ihn vorschlägt, soll etwa Programme geschlechtersensibler Pädagogik enthalten, um Rollenklischees frühzeitig aufzubrechen, ebenso wie Maßnahmen im Bereich der medialen Darstellung, wie etwa eine Geschlechterquotierung bei der öffentlichen Filmförderung und die Unterbindung sexistischer Werbung, damit neue Rollenbilder auch wirklich sichtbar werden.

Bitte vervollständigen Sie zum Abschluss folgenden Satz: „Wenn es um häusliche und sexuelle Gewalt geht, ist die Digitalisierung…“

… mit Risiken (z.B. Cybergrooming, fehlende mediale Kompetenz), aber auch mit vielen Chancen verbunden, da Betroffenen leicht zugängliche Hilfsangebote gemacht werden können (so sie denn finanziert werden).

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