Wissenswertes

Alle wichtigen Informationen für Dich auf einen Blick

Welche Rechte habe ich?

Rechtliches zum Thema Gewalt gegen Frauen!

Das Gewaltschutzgesetz

Als rechtliche Grundlage bei häuslicher Gewalt oder Stalking dient das Gewaltschutzgesetz. Wir möchten Dir hier einen kleinen Einblick geben, welche rechtlichen Möglichkeiten Opfer von Gewalttaten haben, sich zu schützen und sich zur Wehr zu setzen.

Die Gesetze sind oftmals sehr komplex und unübersichtlich und die Rechtssprache nur sehr schwer verständlich. Daher ist es in jedem Fall sinnvoll, dass Du Dir anwaltlichen Rat und Unterstützung einholst.

Komm doch einfach im Chat vorbei oder schreib uns, wir beantworten Dir gerne Deine Fragen.

Informationen zum Gewaltschutzgesetz

Der Schläger geht – Das Opfer bleibt! Das Gewaltschutzgesetz

Das Gewaltschutzgesetz dient als Grundlage bei Gewalt gegen Frauen. Das „Gesetz zur Verbesserung des zivilrechtlichen Schutzes bei Gewalttaten und Nachstellungen sowie zur Erleichterung der Überlassung der Ehewohnung bei Trennung“ bzw. das Gewaltschutzgesetz ist am 1. Januar 2002 in Kraft getreten.

Ein Täter schlägt oder bedroht sein Opfer, oder im Fall von Stalking verfolgt oder belästigt er ständig sein Opfer… hier stellt das Gewaltschutzgesetz (GewSchG) auf zivilrechtlichem Weg den Opfern Schutz zur Verfügung.

Das Besondere an diesem Gesetz ist der Grundsatz: Der Schläger geht – das Opfer bleibt!

Dieser Grundsatz bietet Opfern von häuslicher Gewalt besonderen Schutz, da sie durch eine Eilanordnung bei Gericht erwirken können, dass ihnen die gemeinsame Wohnung zeitlich befristet oder dauerhaft zur alleinigen Nutzung zugewiesen werden kann. Die Opfer sind dadurch nicht mehr gezwungen, sich schnellstmöglich eine Unterkunft zu suchen, zu flüchten oder gegebenenfalls Schutz in einem Frauenhaus suchen zu müssen. Besondere Bedeutung findet die Wohnungszuweisung, wenn das Wohl der im Haushalt lebenden Kinder gefährdet ist.

 

Schutzanordnungen

Die Zuweisung der alleinigen Nutzung der Wohnung ist eine rechtliche Schutzanordnung, die bei dem zuständigen Amtsgericht gegen den Täter erwirkt werden kann. Eine solche Schutzanordnung enthält konkrete Verbote, die der Täter einzuhalten hat, wie beispielsweise in Form eines Kontakt- und/oder Annäherungsverbotes, das heißt, der Täter darf keinen Kontakt zu dem Opfer aufnehmen oder sich an keinem von dem Opfer genannten Ort aufhalten. In der Regel werden mehrere dieser Maßnahmen von dem Gericht angeordnet.

Die bekannte „Wegweisung“ aus der Wohnung, die die Polizei bei Gefahr in Verzug anordnet, findet ihre Grundlage nicht wie angenommen im Gewaltschutzgesetz, sondern im Polizeirecht.

 

Wo kannst Du den Antrag stellen?

Einen entsprechenden Antrag kannst Du beim zuständigen Amtsgericht stellen, persönlich oder mit Hilfe eines Anwaltes. In der Regel ist ein Nachweis erforderlich, dass Du Opfer einer Gewalttat wurdest. Hierzu sind Zeugenaussagen, bereits im Vorfeld gestellte Anzeigen oder polizeiliche Protokolle oder eine eidesstattliche Versicherung hilfreich und auch notwendig.

Da gerichtliche Verfahren meist zu lange dauern, gibt es für besonders dringliche Fälle eine so genannte Eilschutzanordnung. Hierbei wird über eine vorläufige Regelung entschieden, was in der Regel schneller und einfacher geht, weil das Opfer den Sachverhalt „nur“ glaubhaft machen muss. Im normalen Verfahren hingegen muss der Sachverhalt „bewiesen“ werden. Also Beweismittel und Dokumentationen sind in jedem Fall hilfreich und dienlich.

 

Was passiert bei Verstoß gegen diese Anordnung?

Wenn der Täter gegen die erlassene Schutzanordnung verstößt, besteht ein Straftatbestand nach dem Gewaltschutzgesetz und kann mit einer Geldstrafe oder mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr bestraft werden.

Das Gewaltschutzgesetz: http://bundesrecht.juris.de/gewschg/index.html

 

Häusliche Gewalt

Wie es der Name schon vermuten lässt, werden unter dem Begriff der „Häuslichen Gewalt“ alle Gewaltausübungen verstanden, die innerhalb eines Haushaltes stattfinden. Hierzu zählt daher nicht nur Gewalt in Paarbeziehungen, sondern auch Gewalt gegen Kinder, Gewalt von Kindern gegenüber ihren Eltern und Gewalt zwischen Geschwistern.

Wie Untersuchungen in den letzten Jahren gezeigt haben, ist die am häufigsten auftretende Erscheinungsform häuslicher Gewalt die, die innerhalb von Paarbeziehungen stattfindet. Wir möchten uns in unseren weiteren Ausführungen vorrangig auf diese Form beziehen. Paarbeziehungen in denen Gewalt vorkommt, schließt neben heterosexuellen Paaren auch gleichgeschlechtliche, verheiratete, getrennt lebende und in eheähnlicher Lebensgemeinschaft lebende Paare mit ein.

Dort wo eigentlich ein Ort des Schutzes, der Sicherheit und Geborgenheit sein sollte, findet in diesen Fällen Gewalt in den „eigenen vier Wänden“ statt. Dies hat besondere Konsequenzen für das Opfer, weil es keinen Rückzugs- bzw. Schutzraum mehr gibt, kein Sicherheitsgefühl mehr eintreten kann und ein Gefühl entsteht, dem Täter schutzlos ausgeliefert zu sein ohne das es die Umwelt mitbekommt bzw. nicht mitbekommen darf.

Häusliche Gewalt ist in der Regel kein einmaliges Ereignis. Sie ist nicht ein „Versehen“ oder eine „Ausnahme im betrunkenen Zustand“, sie ist keine „Bagatelle“ und auch „keine hilflose Reaktion auf eine Provokation“. Keine dieser oft von den Tätern verwendeten „Entschuldigungen“ oder „Erklärungen“ rechtfertigt Gewalt gegenüber einer anderen, ihm nahestehenden Person.

Häusliche Gewalt zielt in der Regel darauf ab, Macht und Kontrolle über die Partnerin und deren Handeln und Denken zu gewinnen. Hierbei nutzt der Täter in der Regel seine vermeintlich körperliche und/oder geistige Überlegenheit gegenüber der Partnerin aus, um diese zu kontrollieren und ihr gegenüber seine Macht demonstrieren zu können.

Andauernde häusliche Gewalt führt bei den Betroffenen zu einem Leben in ständiger Angst, weil die Opfer nicht wissen, wann der nächste unkalkulierbare „Ausraster“ kommt. Dies zerstört das Selbstbewusstsein des Opfers und kann schließlich bis zur Handlungsunfähigkeit führen. Aus Angst und Scham trauen sich die Betroffenen oftmals nicht sich anderen vertrauten Personen oder professionellen Fachkräften anzuvertrauen. Sie geben sich ihrer Situation hin und führen ein Leben in Angst, Kontrolle und Unberechenbarkeit.

 

Wie äußert sich häusliche Gewalt?

Häusliche Gewalt äußert sich in:

  • physischer Gewalt (Schlagen, Stoßen, Beißen, Würgen, mit Gegenständen werfen, etc.)
  • psychischer Gewalt (Beschimpfung, Drohung, Beleidigung, Verbot, Kontrolle, Nachstellung, Freiheitsberaubung, Demütigung, Erniedrigung, etc.)
  • sexueller Gewalt (Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, Zwang zur Prostitution etc.)

Die Gewaltformen treten hierbei nicht zwangsläufig einzeln, sondern sehr häufig auch in gemischter Form auf.

 

Was ist mit den Kindern?

Frauen die in einer von häuslicher Gewalt geprägten Beziehung/Ehe leben, haben oftmals auch Kinder, die hierdurch zu Zeugen und Mitbetroffenen werden. Sie sind der Situation schutzlos ausgeliefert, weil sie im gleichen Raum oder in einem Nachbarzimmer sind, wenn es zu den Gewaltausübungen kommt. Sie werden vielleicht sogar selbst Opfer von körperlicher Gewalt weil, sie sich auf dem Arm der Mutter befinden oder einen geworfenen Gegenstand abbekommen. Sie müssen mit ansehen oder anhören wie einer ihrer geliebten Elternteile geschlagen, beleidigt oder beschimpft wird.

Kinder sehen und hören wie sich die Mutter unterordnet oder versucht den Vater zu besänftigen. Darüber hinaus sehen sie die Blutergüsse und bekommen mit wie die Mutter vor Freunden und Bekannten erzählt, sie sei auf der Treppe hingefallen. Die Kinder werden in ein großes Familiengeheimnis mit hineingezogen über das sie nicht reden dürfen und stehen somit alleine mit ihren Ängsten, Sorgen und verwirrten Gefühlen da.

Kinder sind mit diesen doch sehr belastenden Situationen oftmals überfordert und reagieren in unterschiedlicher Weise auf diese Traumatisierung. Einige ziehen sich in sich zurück, andere übernehmen die Verantwortung für die Versorgung und den Schutz der Mutter und der Geschwister, andere Kinder werden aggressiv gegenüber sich und/oder ihrer Umwelt. Darüber hinaus können Reaktionen wie Ängstlichkeit, Schlafstörungen, Einnässen auftreten.

Auch wenn es schwer ist aus diesen oftmals sehr lang anhaltenden Gewaltbeziehungen auszubrechen, sollte die oberste Priorität der Schutz der Kinder und natürlich der eigene Schutz darstellen. Auch wenn der Täter sagt, dass es nicht mehr vorkommt und es ihm Leid tut, aber die Erfahrung hat gezeigt, dass der Täter immer wieder Gründe und Rechtfertigungen für seine Gewaltausübungen findet – egal was das Opfer tut.

 

Was kannst Du tun?

Im ersten Schritt solltest Du bei akuter Bedrohung die Polizei rufen (110) und den Täter anzeigen. Die Polizei hat die Möglichkeit im Rahmen einer Wegweisung den Täter für ein paar Tage oder einige Wochen die Rückkehr in die Wohnung zu untersagen. Die Türschlüssel werden von der Polizei sichergestellt und verwahrt.

Auch Du hast im Rahmen des Gewaltschutzgesetzes die Möglichkeit durch einen Antrag beim zuständigen Amtsgericht, die alleinige Überlassung der Wohnung zu beantragen (siehe auch hier).

Das ermöglicht Dir in Ruhe darüber nachzudenken, ob Du in der gemeinsamen Wohnung bleiben, zu Freunden oder Verwandten ziehen oder gegebenenfalls in ein Frauenhaus gehen möchtest. Dorthin kannst Du auch Deine Kinder mitnehmen (eine Liste mit Frauenhäusern findest Du hier).

Vermeide den Kontakt zu dem Täter, auch wenn er noch so oft versucht mit Dir und/oder Deinen Kindern zu sprechen, Dich unter Druck setzt. Du kannst beim zuständigen Amtsgericht mit Hilfe eines Rechtsbeistandes eine Schutzanordnung beantragen, die ihm verbietet mit Dir Kontakt aufzunehmen. Für eine solche Schutzanordnung ist es wichtig, Atteste, Zeugen oder Anzeigen vorweisen zu können, um dem Gericht nachweisen zu können, dass eine Bedrohung von dem Täter ausgeht.

Scheue Dich nicht mit Familie, Freunden oder aber auch mit Fachkräften über Deine Situation zu sprechen und bleib nicht weiter alleine mit Deinen Ängsten und Sorgen. Es gibt Menschen die Dich verstehen, die Dir zuhören und Dir helfen möchten.

Wenn Du nicht weißt wo Du Ansprechpartner findest, kannst Du uns gerne eine E-Mail schreiben und wir suchen Dir Beratungsstellen vor Ort raus.

 

Hab Mut, für Dich und Deine Kinder !!!!

Es gibt Wege aus dieser Situation und Du bekommst auch Hilfe von außen!!!!

Du hast ein Recht darauf ein Leben ohne Gewalt führen zu können!!!!!

Stalking

Verfolgen, Telefonterror, Belästigung sind Begriffe, die spontan mit dem Begriff Stalking in Verbindung gebracht werden.

Stalking ist heute überwiegend bekannt und betrifft nicht nur Prominente. Jeder Mensch kann ein Stalking Opfer werden! Oftmals verläuft es gerade anfänglich im Verborgenen, weil die Opfer sich unsicher darüber sind, ob es sich um Stalking überhaupt handelt oder vielleicht nur um einen hartnäckigen Verehrer, Exfreund und/oder Exmann, der mit einer Abweisung oder der Trennung nicht umgehen kann. Viele trauen sich auch nicht mit jemandem darüber zu sprechen, aus Angst vor dem Täter oder aus der Sorge von Freunden, Familie etc. nicht ernst genommen zu werden. Die Folgen von Stalking sind für die Opfer meist schwerwiegend. Daher ist es sinnvoll, sich frühzeitig jemandem anzuvertrauen, mit den Sorgen und Ängsten nicht alleine zu bleiben und Hilfe und Unterstützung anzunehmen.

Es gibt sehr viele Stalking Opfer, mehr als man denkt und oftmals ist es einem näher als man denkt. Wir möchten uns mit dem Thema Stalking näher beschäftigen und Mut machen. Niemand braucht sich dafür zu schämen.

Wir möchten darauf hinweisen, dass wir im Folgenden stets maskuline Bezeichnungen verwenden wie beispielsweise der Stalker oder der Täter, schließen darin allerdings beide Geschlechter mit ein.

 

Was ist Stalking?

Der Begriff Stalking stammt aus dem englischen „to stalk“ was übersetzt unter anderem bedeutet: nachstellen, heranschleichen, belästigen, pirschen. Bei dieser Handlung wird eine Person gegen ihren Willen verfolgt, belästigt, bedroht, terrorisiert und dadurch enorm in ihrer Lebensgestaltung eingeschränkt.

Wir haben einige beispielhafte Handlungen eines Stalkers aufgeführt:

  • Permanentes Belästigen durch Telefonanrufe, SMS, Nachrichten auf dem Anrufbeantworter, E-Mails
  • Briefe, Blumen, Geschenke als so genannte „Liebeserklärungen“
  • Verfolgen und Auflauern
  • Beleidigungen, Verleumdungen
  • Bedrohungen, Nötigungen

In dramatischen Fällen kann es zur körperlichen Gewalt, sogar bis hin zur Tötung kommen.

 

Warum tut jemand so etwas?

Die Gründe für Stalking sind ganz unterschiedlich. Meist geht es jedoch um Macht, Kontrolle, Liebeswahn, Beziehungswunsch. Der Stalker versucht hartnäckig und gegen den Willen seines Opfers auf sich aufmerksam zu machen, Kontakt herzustellen oder zu halten, weil er sich zurückgewiesen, abgelehnt, ungerecht behandelt, nicht verstanden oder nicht gesehen fühlt.

Problematisch hierbei ist unter anderem, dass gutes Zureden und gut gemeinte Gespräche und Verständnis seitens des Opfers in den wenigsten Fällen zu einer Einsicht des Täters führt. Diese Versuche, um wieder einen normalen Alltag leben zu können, ohne Angst, Drohungen, Belästigungen und Terror, können hingegen zu einer Art Bestätigung des Stalkers in seinen Handlungen oder gegebenenfalls zu seiner Verärgerung führen, was wiederum weitere Aktionen, in zum Teil ausgeprägter Form zur Folge haben kann.

 

Wer tut so etwas?

In den häufigsten Fällen stammen die Täter aus ehemaligen Beziehungen oder Ehen, weil ihr Beziehungswunsch zurückgewiesen oder die Beziehung beendet wurde. Die Täter können aber auch aus anderen Beziehungen stammen, beispielsweise aus dem Bekannten-/Freundschaftskreis, Arbeitsumfeld, Nachbarschaft. Auch Berufsgruppen mit Kunden oder Klientenkontakt können Opfer von Stalking werden.

 

Die Opfer

Eine solche Situation ist vor allen Dingen für die Betroffenen selbst sehr belastend. Sie haben Angst um die eigene Sicherheit, und die ihrer Familie, um ihren Arbeitsplatz, weil diese nicht selten auch von der Situation betroffen sind.

Die Opfer ziehen sich mehr und mehr von ihrem Umfeld zurück, sie haben Angst alleine nach draußen zu gehen, leiden unter Schlafstörungen und Alpträumen, wirken auf ihr Umfeld sehr verunsichert und ängstlich. Die psychische Belastung ist für die Opfer sehr groß und viele fühlen sich den Tätern gegenüber hilflos ausgeliefert und machtlos.

Oftmals trauen sie sich nicht, aus Sorge nicht verstanden oder nicht ernst genommen zu werden, sich jemandem anzuvertrauen und haben die Hoffnung, der Stalker würde irgendwann von alleine damit aufhören. Manchmal können sich diese Situationen zum Teil über Wochen, Monate oder sogar Jahre hinziehen.

 

Was kannst Du tun?

Du kannst Dich wehren und solltest klare Grenzen setzen, ohne allerdings mit dem Stalker in Kontakt zu treten.

Kontakt vermeiden

Mach dem Stalker unmissverständlich klar, dass du keinerlei Kontakt mehr zu ihm wünschst. Briefe, SMS, Nachrichten auf dem Anrufbeantworter, Geschenke jeglicher Art vom Stalker solltest Du nicht beantworten oder entgegennehmen. Bitte Bekannte oder Freunde, Dich beim Verlassen der Wohnung zu begleiten für den Fall, dass Dir der Stalker auf der Strasse auflauert und so versucht, mit dir in Kontakt zu treten. Wenn Du mit dem Auto unterwegs bist und Du das Gefühl hast, dass er Dich verfolgt, fahre zur nächsten Polizeidienststelle.

Bei akuter Bedrohung…

… alamiere sofort die Polizei über den Notruf 110.

Grundsätzlich ist es ratsam, sich so schnell wie möglich gegen den Stalker zur Wehr zu setzen, da schnelles Handeln wie z. B. Anzeigenerstattung bei der Polizei dazu führen kann, den Stalker abzuschrecken und von weiteren Belästigungen abzusehen. Wenn der Stalker bekannt ist, kannst Du beim Amtsgericht eine Einstweilige Verfügung/Schutzanordnung nach dem Gewaltschutzgesetz beantragen (siehe rechtliche Möglichkeiten – Zivilrecht )

Öffentlichkeit schaffen

Informiere Freunde, Familie, Nachbarschaft, Arbeitgeber, Kollegen etc. über Deine Situation, um sicherzustellen, dass keine Informationen über Dich weitergegeben werden aber auch um Hilfe und Unterstützung zu bekommen.

 

Rechtliche Möglichkeiten nach dem Gewaltschutzgesetz

Es gibt zivilrechtliche sowie strafrechtliche Möglichkeiten, sich gegen einen Stalker zur Wehr zu setzen. Hierbei sei noch erwähnt, dass Stalking in der Gesetzessprache so nicht verwendet wird, sondern in diesen Zusammenhängen von „Nachstellung“ gesprochen wird.

1. Zivilrecht (Gewaltschutzgesetz)

2. Strafrecht

Die so genannte „Nachstellung“ ist seit 2007 auch ein Straftatbestand nach § 238 Strafgesetzbuch (http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__238.html). Du kannst also bei der Polizei, den Gerichten oder der Staatsanwaltschaft eine Strafanzeige erstatten. Im Gegensatz zu dem Erlass einer Schutzanordnung nach dem Gewaltschutzgesetz, wo der Verstoß des Täters gegen die Anordnung bestraft wird, ist bei einer Strafanzeige nach § 238 Strafgesetzbuch die Nachstellung an sich ein Straftatbestand und wird entsprechend unter Strafe gestellt. Entscheidend hierfür sind allerdings auch wiederum ausreichende Beweise gegen den Täter, das heißt, Zeugen, Dokumentationen, Atteste, Mails, SMS, etc.

In Verbindung mit Stalking gibt es noch weitere Taten, die ebenfalls einen Straftatbestand erfüllen und somit auch angezeigt werden können. Hierzu gehören:

  • Beleidigung § 158 StGB (Strafgesetzbuch)
  • Üble Nachrede § 186 StGB
  • Körperverletzung § 223 StGB
  • Nötigung § 240 StGB
  • Bedrohung § 241 StGB

Stalking kann jeden betreffen. Daher ist es wichtig, dass Du Dich Freunden, Familie oder Bekannten anvertraust und sie um Unterstützung bittest, auch und vor allen Dingen wenn Du zur Polizei oder zum Gericht gehst und zivilrechtlich oder strafrechtlich gegen den Täter vorgehen möchtest.

Du musst damit rechnen, viele Fragen – auch intime und persönliche Fragen – gestellt zu bekommen; die Beweise, die Du gesammelt hast, vorlegen zu müssen, und das vor fremden Menschen, wo dann noch neben der ohnehin schwierigen Situation Scham, Enttäuschung und Angst hinzukommen.

Wenn du diesen schwierigen Schritt überwunden hast, ist der Weg frei für ein neues, ruhigeres Leben ohne Angst vor Verfolgung und Psychoterror. Also nur Mut. Es gibt Menschen, die Dich verstehen, Dir zuhören und helfen.

Cybergrooming

Gewaltfallen im Internet – Was versteht man eigentlich unter Cybergrooming?

Die meisten Täter verfolgen meist ein Muster. Zu Beginn wird der Kontakt aufgebaut. Es werden an verschiedene unterschiedliche Chatmitglieder Nachrichten verschickt. Sobald ein Chat-User, und damit potenzielles Opfer, darauf eingeht, werden persönliche Nachrichten verschickt. Dies schafft eine Vertrauensbasis. Die nächste Ebene ist die Bekanntgabe von privaten Kontaktmöglichkeiten wie Email-Adresse und Handynummer oder Adresse. Es kann sogar sein, dass ein Wechseln in einen anderen Chat vorgeschlagen wird. Für Täter sind Chats dann besonders interessant, wenn sie nicht überwacht werden.

Physische Gewalt

… oder anders ausgedrückt, körperliche Gewalt. Wie man dem Begriff entnehmen kann, wird bei dieser Gewaltform körperliche Gewalt angewendet, um einen anderen Menschen zu verletze

n oder sogar zu töten. Hierunter zählen unter anderem Tritte, Schläge oder ein Zusammenschlagen mit einem Hilfsmittel wie beispielsweise einem Baseballschläger.

Bei dieser Form der Gewalt werden dem Opfer Schmerzen zugefügt, die meist durch Blutergüsse, Schnitte, Platzwunden etc. sichtbar sind. Körperliche Gewalt kann aber nicht nur sichtbare Spuren hinterlassen, sondern auch psychische Folgen mit sich führen.

Psychische Gewalt

… oder seelische Gewalt. Diese Form der Gewalt wird überwiegend verbal ausgeübt. Das Opfer wird beispielsweise durch Beleidigung oder Bedrohung psychisch massiv unter Druck gesetzt.

Mobbing, Diskriminierung aber auch Stalking zählen zur psychischen Gewalt und können bei den Opfern schwere psychische Folgen wie Ängste hervorrufen.

Die Besonderheit der seelischen Gewalt ist zum einen, dass sie im Gegensatz zur körperlichen Gewalt schwerer zu erkennen und zum anderen auch schwerer nachzuweisen ist. Psychische Gewalt kann auch einhergehen mit einer körperlichen Gewaltausübung.

Sexuelle Gewalt

… oder sexualisierte Gewalt ist eine Form von körperlicher und psychischer Gewalt. Hierunter werden alle sexuellen Handlungen verstanden, die einer anderen Person aufgezwungen werden. Zu sexuellen Gewalthandlungen zählen unter anderem sexuelle Belästigung, sexueller Missbrauch, Vergewaltigung.

Die meist traumatisierten Opfer werden gravierend in ihrer seelischen und körperlichen Persönlichkeit verletzt und leiden häufig unter körperlichen aber auch psychosomatischen Folgen wie Schlaflosigkeit, Depression, Suizidgedanken.

Das Erlebnis eines sexuellen Übergriffes ist für die Opfer in der Regel mit großer Scham, Ekel, Angst und Ohnmachtgefühl besetzt, was das Leben lange und nachhaltig beeinflusst. Aus diesem Grund ist es für die Opfer auch schwer darüber zu sprechen und Hilfe und Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Rituelle Gewalt

Rituelle Gewalt ist eine nicht so bekannte Gewaltform, die unter anderem in Sekten, Kulten oder organisierten Verbindungen stattfindet. Zu nennen sind hierbei beispielsweise Satanismus, Teufelsaustreibung aber auch die Kinderpornografie.

Die Täter verfolgen das Ziel absolute Dominanz zu erlangen und über das Handeln und Leben ihrer Opfer bestimmen zu können. Die Opfer sollen durch physische, psychische und sexuelle Gewalt gefügig gemacht werden, dies erfolgt meist unter Zuhilfenahme von Drogen und Alkohol.